Die passende Assoziation zu dieser üppigen Moosrose ist schwelgerischer Barock.
Ihre kugelförmigen, stark gefüllten Blüten erscheinen zwar nur einmal im Jahr, aber über einen langen Zeitraum und in großer Menge. Sie sind zuerst glühend bläulich rosa und später in der vertieften Mitte hell- bis kräftig rosa schattiert, während die äußeren Blütenblätter ihre Zartheit in transparentem Weißrosa schimmern lassen.
Der Duft ist intensiv und köstlich, aber nicht nur die Blüten duften verschwenderisch, sondern auch das bräunliche Moos, es verströmt sein harziges Aroma auch außerhalb der Blütezeit, besonders wenn man daran reibt.
Die erste Moosrose, R. x centifolia muscosa, ist Ende des 17. Jahrhunderts als Sport (Mutation) an der Stammform der Centifolien (R. x centifolia) entstanden.
Klebrige Drüsen umgeben Blütenstiele, Fruchtknoten und Kelchblätter. Sie sehen dadurch aus, als ob sie mit Moos überzogen wären. Der balsamische Duft des Mooses und die von ihm umgebenden Knospen und Blüten machen den besonderen Reiz dieser Rosenklasse aus. In früheren Zeiten waren Moosrosen darum ein bevorzugtes Motiv bei Malern und die Hauptattraktion vieler Rosengärten.
In den letzten Jahren sind sie leider etwas in Vergessenheit geraten. Dabei gibt es unter ihnen nicht nur große, ausladende, einmalblühende Sträucher, sondern auch öfterblühende, die relativ klein und kompakt bleiben und sehr gut in kleine Gärten passen.
René d' Anjou wurde 1853 vom Rosenzüchter Robert in den Handel gebracht und hat noch viel Ähnlichkeit mit der ursprünglichen Moosrose, unterscheidet sich von ihr aber durch eine stärkere Verzweigung und üppigere Belaubung.
Die kräftigen, aufrechten Grundtriebe sind nach Centifolienart mit vielen länglichen, spitzen Stacheln und Borsten bedeckt. Die Seitentriebe hängen unter dem Gewicht der vielen relativ großen Blüten anmutig über. Das Laub ist im Austrieb rötlich, später leuchtend grün, ziemlich groß und sehr gesund.
Diese Sorte ist sehr robust und frosthart und liebt einen freien, sonnigen Stand auf humosem Boden.
René d'Anjou wächst relativ schnell. Um ein kompaktes Erscheinungsbild zu erhalten, sollte man den Strauch gleich nach der Blüte um etwa ein Drittel einkürzen und den Neuaustrieb im Frühjahr an der Spitze kappen. So kann man
diese Sorte auf der für sie optimalen Höhe von etwa 1,5 m halten. Wer sie nicht schneiden möchte, sollte sie abstützen oder aufbinden, dann wird sie wesentlich höher.
Obwohl René d'Anjou einmalblühend ist und darum überwiegend am zweijährigen Holz blüht, kann man meist schon im ersten Standjahr mit ein paar Blüten rechnen und bekommt eine Kostprobe von dem Duft und der luxuriösen Üppigkeit, die in den Folgejahren zu erwarten sind.
Die früher oft gefürchtete Mehltaugefahr bei Moosrosen ist unbegründet, wenn sie an luftige Standorte gepflanzt werden. Gegenüber anderen Rosenschadpilzen sind die meisten sehr widerstandsfähig. Sie eignen sich besonders gut für naturnahe Gärten und sollten wegen ihrer besonders romantischen Ausstrahlung wieder mehr gepflanzt werden.
Autorin: Raphaela Langenberg
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